VEREIN DER FREUNDE DES HENDRIK-KRAEMER-HAUSES e.V.

 

 

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Anti-Mammon-Programm

Seit der politischen Wende von 1990 haben HKH und NÖG gemeinsam an einem Programm gearbeitet, das sich kritisch mit dem Kern der politischen Ordnung im wiedervereinigten Deutschland auseinandersetzte, der Herrschaft des Geldes. Der Name deutet daraufhin, dass wir von Anfang an erkannt haben, dass es sich dabei um eine Struktur handelt, die im Widerspruch zum biblischen Verständnis von Gerechtigkeit steht und dem gleicht, was an vielen Stellen des ersten und zweiten Testamentes als Götzendienst charakterisiert wird.

Das Programm hat eine theologische Komponente: Biblische Texte zu ökonomischen uns sozialen Themen werden ausgelegt, insbesondere die Abschnitte, die sich mit der Sabbat-Ökonomie befassen, kirchliche Texte werden kritisch gesichtet und Stellungnahmen, insbesondere aus ökumenischen Zusammenhängen werden rezipiert.

Dazu kommt eine ökonomische Komponente, d.h. Analysen des gegenwärtigen Kapitalismus werden studiert, u.a. der Prozess der Globalisierung ökonomischer Herrschaftsstrukturen, die Verschuldungsproblematik und Nord-Süd-Wirtschaftsbeziehungen, aber auch Beispiele solidarischer Ökonomie. Schließlich gehört dazu eine politische Komponente, d.h. die Urteilsbildung zu Fragen der europäischen Integration, der militärische Hegemonie der USA und EU.

Das Programm ist zunächst ein Studienprogramm für die Beteiligten. Gleichzeitig fließen die Einsichten und Erfahrungen daraus in die Veranstaltungen des HKH mit ein. Das Programm will einen Beitrag leisten zur Alphabetisierung der Gemeinden in Wirtschaftsfragen. Es ist ein Beitrag zum konziliaren Prozess der Kirchen und zum Ökumenischen Programm gegen Gewalt.

Dokumente

  • Vom 3. bis zum 5. Dezember 2004 fand im Hendrik-Kraemer-Haus ein Seminar zum deutschen Kolonialismus in Afrika und seinen Wirkungen statt. Anlass waren der 120. Jahrestag der "Berliner Kongo-Konferenz", die ganz in der Nähe des Hendrik-Kraemer-Hauses, im einstigen Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstraße stattfand, und der 100. Jahrestag der Zerschlagung des Aufstandes der Herero und Nama in Namibia. Das Seminar machte deutlich, dass das Verhältnis zwischen Europa und Afrika seit dem 15. Jahrhundert von wirtschaftlicher Dominanz und zivilisatorischer Arroganz des Nordens über den Süden geprägt ist. Eine offene Rechnung - 120 Jahre Berliner Konferenz 1884/1885
     

  • On the one hand neoliberal globalisation reduces the political weight and power the states. Economic deregulation, privatisation of public goods and services and the abstention from any state interference into the market takes away important functions of the classical role of state administration. At the same time transnational corporations partly handle amounts of money that exceed national bugdets; international institutions and networks of trade and businessrestrict the room to move for national politics. But on the other hand there is a kind of Renaissance of national feelings. Big federations that united many nations under one political umbrella split into individual states. Languages almost forgotten are rediscovered. Traditions are revitalized. There are bloody conflicts for nation building going on since decades, such as Irland, Basque, Palastine. Is there a logic link between the two? Do we support the new national emotions because it is a movement from below? Are we in favour of strengthening international structures, as e.g. the United Nations, in order to limit the freedom of nations to exploit other nations or to launch wars? Globalisation and Nation-State
     

  • Wir haben uns in der Vergangenheit vornehmlich mit ökonomischen Themen, bzw. den Schnittpunkten von Ökonomie und Theologie, befasst. Der Protest der Symbolhandlungen vom 11. September richtete sich ausdrücklich gegen markante Symbole der wirtschaftlichen Globalisierung. Der Krieg der USA in Afghanistan verfolgt ebenfalls ökonomische Ziele. Insofern ist fraglos Mammon zentral im Spiel. Eine unserer grundlegenden Einsichten ist die, dass die Selbstmordanschläge vom 11. September und der Krieg in Afghanistan unabhängig voneinander analysiert werden müssen. Ob die USA in jedem Fall früher oder später militärisch in Zentralasien offen aktiv geworden wären, ist eine spekulative Frage. Offensichtlich entschiedenen sie sich jedenfalls, von einer angemessenen und wirkungsvollen Reaktion auf den Angriff auf ihre Hauptstädte abzusehen zugunsten eines Krieges, der vorgeblich der Ergreifung der Täter, tatsächlich aber ganz anderen Zielen dient. Dieser durchtriebene politische Schachzug kam so prompt und erscheint so abgefeimt, dass fast zwangsläufig im Hintergrund die böse Frage auftaucht, ob das schreckliche Geschehen vom 11. September nicht von finsteren Kräften in den USA gebilligt, provoziert oder gar eingefädelt wurde. Die andere Seite der Globalisierung

 

zuletzt bearbeitet: 19.04.2008