Ökumenische Herberge, offenes Haus und Veranstaltungsort

Das Hendrik-Kraemer-Haus versteht sich, soweit es in einer Etagenwohnung eines ehemaligen kirchlichen Gemeindezentrums möglich ist, als ein offenes, gastliches Haus in einer unwirtlichen Welt. Gäste sind stets willkommen. Sie finden ein offenes Ohr, Kaffee oder Tee und wenn nötig ein Bett. Das Haus nimmt insbesondere Menschen auf, die speziellen Schutz beziehungsweise Hilfe brauchen. Im Niederländischen gibt es dafür ein Wort, das uns gefällt:

pleisterplaats

Das ist der Ort, an dem Vögel Kraft sammeln, um dann gestärkt weiterzuziehen. Unter den Mitbewohnern und Mitbewohnerinnen sind häufig auch Flüchtlinge. Es wurde nie der Beschluss gefasst, Flüchtlingsarbeit zu leisten. Aber zeitweise wird ihre Anwesenheit im Haus von selbst zu einem Schwerpunkt und forderte uns heraus, uns mit Fluchtursachen und Asylfragen auseinanderzusetzen.

Das Konzept der Offenheit gilt auch für Ideen, die Obdach und Raum brauchen. Ihnen steht eine umfangreiche Bibliothek zur Verfügung mit der Spezialisierung auf ökumenische Themen, zum Beispiel die Schlüsselthemen des konziliaren Prozesses: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, sowie des Dialogs zwischen Religionen und Weltanschauungen. Dort finden auch jeweilige Seminare, Studienwochen, internationale Jugend-Camps und Abendveranstaltungen statt. Menschen aus verschiedenen Kulturen, Herkunftsländern, religiösen Kontexten und mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus leben unter einem Dach zusammen, jede und jeder mit gleichen Pflichten und Rechten für die Organisation des Zusammenlebens in unserer „Ökumenischen Herberge“.